Rückblick Weihnachten 2020 – Ein besonderes Jahr

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Alle Jahre wieder und dieses Mal doch ganz anders!

Schon im Sommer war klar, dass dieses Weihnachten anders wird. Zum einen war da dieses Virus, zum anderen wußten wir, dass wir nur ein kleines Grüppchen sind, weil Luise Ritthaler krank wurde.

Deshalb entschieden wir, dass wir keine offiziellen Abgabestellen in der Stadt einrichten können. Weil wir die Abholung und die Logistik der Päckchen nicht hinbekommen hätten.

Trotzdem – auch ohne offizielle Ankündigung – konnten wir in diesem Jahr ca. 650 Weihnachtspäckchen an Kinder verteilen.

Wir danken allen Familien, Kindergärten, Schulen, die liebevolle Weihnachtspäckchen gepackt haben und so dafür gesorgt haben, dass wir einigen Kindern eine Freude machen konnten.

Wer sich jetzt vorstellt, dass die Verteilung „leicht“ ist, der würde sich wundern. Uns Helfern wird es manchmal sehr schwer gemacht. In den letzten Jahren haben wir vor allem Flüchtlingsunterkünfte, die Tafeln und andere Initiativen unterstützt. Könnt Ihr Euch vorstellen, dass es in diesem Jahr teilweise nicht möglich war, diese Initiativen zu unterstützen?

Entweder die Initiativen dürfen nichts nehmen – oft, wirklich ganz oft – scheitert die Hilfe aber daran, dass die Verantwortlichen kein Interesse an der Mehrarbeit haben, die mit einer solchen Weihnachtsaktion verbunden wäre. Logistik, Lagerung und eine „gerechte“ Verteilung. Ich sage es mal so, wie es auch all die Jahre davor war: Viele haben darauf einfach keinen Bock.

Kannst du dir das vorstellen?

Die Tafeln haben uns gesagt, dass sie nichts nehmen können.

Unsere Weihnachtsengel haben berichtet, dass es in diesem Jahr noch schwieriger als sonst war, an die armen Familien ranzukommen. Und auch an die Flüchtlingskinder, die seit Jahren in furchtbar beengten provisorischen Unterkünften, in alten Bürogebäuden, in so genannten „Gemeinschaftsunterkünften“ leben, kamen wir nicht ran. Die Tafeln wollen die Flüchtlinge nicht „haben“, die Verantwortlichen in den Flüchtlingsheimen sehen nicht sehr gerne, wenn da jemand mit Päckchen für die Kinder kommt. Das kann man sich nicht vorstellen, aber wir mussten die Kinder teilweise heimlich beschenken!

Das war schon in all den Jahren vorher so, aber in diesem Jahr besonders schlimm: Das Verteilen der Päckchen ist viel „anspruchsvoller“ als das Sammeln. Auch wenn wir uns über jedes Päckchen freuen, sind wir besonders darauf angewiesen, dass es Menschen gibt, die Kontakt zu Hilfsbedürftigen haben oder jemanden kennen, der jemanden kennt….Das heißt, um die Päckchen in München an die „richtige“ Stelle zu verteilen, also an Familien mit Kindern, die wirklich Not haben, sind wir inzwischen vor allem auf private Initiativen und private Kontakte angewiesen. Wir verteilen an Menschen, die dann wiederrum jemanden kennen – ob von der Tafel oder „durch Hörensagen“.

Denn das ist auch etwas, von dem viele fleißige Päckchenpacker nichts ahnen: Die Familien, die am nötigsten Hilfe brauchen, sind nicht greifbar. Die Familien laufen nicht über den Marienplatz und tragen ein Plakat um den Hals „Ich bin arm“. Armut wird versteckt, soweit es geht.

Wir sind sehr dankbar und sehr stolz, dass in diesem Jahr Conchita Schindele und Udo Biesewski diese Kontaktpunkte hergestellt haben. Die beiden haben die gesamte Logistik geleitet. Kannst du dir vorstellen, dass Conchita manchmal für zwei Päckchen durch die ganze Stadt gefahren ist? Gesammelt wurden die Päckchen dann in der Küche und im Wohnzimmer, ehe sie an Bedürftige verteilt wurden. Dann alles in den Kofferaum laden und zu Familien fahren, von denen man weiß, dass sie wahrscheinlich Hilfe brauchen.

Wir sagen nochmals herzlichen Dank an Conchita und Udo. Ihr seid großartig.

Weihnachtspäckchen-Empfänger 2o2o

Die Weihnachtspäckchen gingen an hilfsbedürftige Familien im Stadtgebiet München und Umgebung. Zum Beipsiel nach Brunnthal, Putzbrunn oder zur Flüchtlingshilfe nach Schrobenhausen (ca. 50 Päckchen). Wir haben mehrere Stellen unterstützt, die Zuflucht für Menschen sind, aber nicht genannt werden möchten und auch eine private Initiave, die Kindern kostenlosen Nachhilfeunterricht gibt (ca. 60 Päckchen). Außerdem wurden Päckchen im Stadtgebiet über Foodsharing-Helfer verteilt und über den  gemeinnützigen IGePS e.V. (https://www.igeps.info/) und dann hat auch der Heimatstern ca. 150 Päckchen bekommen.

Bitte habt Verständnis, dass wir in diesem Jahr nur sehr wenige Fotos für euch von den Übergaben haben. Keine hilfsbedürftige Familie möchte sich in dieser Situation auf der Webseite sehen und nicht jede Initiative kann oder will aus Sicherheitsgründen zu sehr in die Öffentlichkeit treten. Wir können euch aber versichern, dass wir nach besten Wissen und Gewissen die Weihnachtspäckchen an die „Richtigen“ verteilt haben.

Wir wünschen allen fleißigen Päckchen-Packern, allen Familien, Lehrern, Erzieher, Helfern ein besinnliches Weihnachtsfest. Wir danken Euch von ganzen Herzen für Euer Engagement.

Herzliche Grüße Aline

About the author: Aline Sommer
Ich heiße Aline Sommer und habe selber 2 Söhne. Kinder sind unsere Zukunft. Und weil ich möchte, dass ALLE Kinder glücklich sind, engagiere ich mich im Weißblauen Bumerang. Ich habe diese Webseite konzipiert und betreue sie technisch und inhaltlich. Außerdem beteilíge ich mich mit anderen Bumerangs an den Aktionen und berichte hier über unsere Aktivitäten. Von Beruf bin ich Marketingberaterin und erstelle Webseiten für Unternehmen, Ärzte und Freiberufler.

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